Ich bin Riku. Riku der Märchenerzähler.

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Woher ich komme, das ist eine ganz eigene Geschichte. Entscheidend ist, dass ihr ein inniger Wunsch zugrunde liegt.

„Wenn ich, Riku, hier auf Erden bin“, erklärte ich, „so wünsche ich, dass hinter mir eine Spur des Wachsens und der Freude entsteht.“

Wie das geht? Ziemlich lange dauerte es, bis ich selbst dahinter kam, bis ich den roten Faden in meinem Leben fand. Denn dafür war ich viel zu sehr verstrickt in Geschichten, die in Wahrheit gar nicht  meine eigenen waren. Wie ein wirres Wollknäuel fühlte ich mich. Es zu lösen ging nur Schritt für Schritt. Von einer Erfahrung zur anderen stolperte ich und in unzähligen Fettnäpfchen badete ich, jedoch eine Schale nach der anderen verabschiedete sich, um irgendwann angstvoll staunend zu bemerken: „Im Grunde bleibt nicht viel über, gerade einmal eine Häufchen Ich.“ Doch dieses Bisschen konnte reden, zu meinem großen Glück. Als es ganz still um mich wurde, flüsterte es mir zu: „Riku, ich gebe dir einen Tipp, wie sich dein Wunsch erfüllen wird.“ Die Ohren gespitzt, lauschte ich.

„Höre dir die Märchen von den unterschiedlichsten Völkern an. Und fängt dein Herz höher zu schlagen an, dann ist es eine Geschichte, die du in deinen Koffer packen kannst. Lass dir ruhig Zeit dabei. Nur ganz langsam fülle ihn an, bis er eines Tages voll sein wird, bis hinauf zum obersten Rand. Danach schaue dich um, nach stimmigen Plätzen und nach offenen Ohren, um dem Gehörten wieder freien Lauf zu lassen. Denn das Ohr ist das Tor zur Seele und diesen Weg suchen auch die Märchen, die in deinem Koffer landen werden. Und sind sie einmal im Innern der Menschen angelangt, dann wirken sie wie Balsam und Nahrung zugleich. Sie lassen wachsen und mit dem Wachsen kommt die Freude auf, von ganz allein. Sich um die Freude zu kümmern wäre somit nur unnötiger Fleiß.“

Mehr brauchte ich nicht. Froh war ich, dass ich nun endlich Bescheid wusste, was im Leben meine Aufgabe war, und was vor allem nicht. Meine Seele bedankte sich. Sie durfte sich entspannen und mein Blick öffnete sich auf wohltuende Art für das, was mich wirklich betraf. Meine neue Arbeit ging mir leicht von der Hand, und so darf sich niemand wundern, dass der Koffer, den ich seither bei mir trage, nicht besonders schwer ist. Aber hin und wieder ist es ratsam, ihn zu lüften. Damit es weiter gereicht werden kann, all das, was in den Geschichten verborgen ist. Eine Menge Weisheit steckt darin, soviel kann ich verraten.

Und da Du nun gerade da bist, deine Nase direkt vor diesem Bildschirm ist, so nehme ich die Gelegenheit wahr, Dir Einblick zu schenken in das, was ich weiß, zur Zeit. Am besten, Du schaust Dich ein wenig auf meiner Homepage um, aber noch viel lieber komme ich zu Dir und packe ein Märchen aus meinem Koffer aus.

 


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